Mittels nachhaltiger Investments werden Anlageprozesse und Anlagetitel bezeichnet, bei denen Anlagekriterien über die klassischen Bereiche Rendite, Risiko und Liquidität hinausreichen. Oft wird hierfür auch die Metapher von der „Doppelten Dividende“ gebraucht. Kennzeichnend ist eine enge inhaltliche Verbindungen zu den Konzepten der Nachhaltigkeit und der Corporate Social Responsibility (CSR). Die Auswahl einzelner Anlagetitel und Portfolios von Aktien, Anleihen etc. erfolgt zu diesem Zweck zusätzlich nach sozialen, ethischen, ökologischen und/oder Governance-Kriterien. Für solche Formen der nachhaltigen Geldanlage findet eine Reihe von Termini parallele Verwendung (z.B. ethische Investments, Öko‐Anlagen), die sich inhaltlich kaum unterscheiden. Im englischen Sprachgebrauch findet hierfür insbesondere der Begriff „Socially Responsible Investment“ Anwendung. Der europäische Dachverband für nachhaltige Geldanlagen, Eurosif, liefert hierzu folgende Definition:
“SRI, a generic term covering ethical, responsible investments, sustainable investments, and any other investment process that combines investors‘ financial objectives with their concerns about environmental, social, and governance (ESG) issues.” (Eurosif 2008)
In der praktischen Umsetzung dominieren Aktien- und Anleihefonds, die besonders als Themenfonds nachhaltige Investmentstile verkörpern oder als Best in Class-Fonds ein breites Anlageuniversum abbilden. Mittlerweile haben sich zusätzlich zu diesen Anlageformen im Markt für nachhaltige Investments eigene Asset-Klassen wie Microfinance-, Klimaschutz- und nachhaltige Immobilienfonds herausgebildet. Sie erlauben eine gezieltere Einwirkung von Investoren, z.B. mittels Anlage in einem Microfinance‐Fonds einen Sozialbeitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten.
Zunehmend wachsen nachhaltige Investments über den reinen Bereich von Asset‐Aspekten hinaus in eine neue Generation spezifischer Plattform-Strategien und Communities - nachhaltige Investments 2.0: Neue Geschäftsmodelle für die Kapitalanlage (z.B. Social Business, Philanthropic Finance), Webbasierte Plattformen zur Informationsvermittlung und Geschäftsbahnung oder nicht kotierte Anlagetitel mit sehr direktem Bezug zur Einwirkung auf Kapitalgeber oder -objekte (sog. Non-quoted SRI).